Meine Teilnahme an der 3-jährigen Ausbildung beruht auf vermeintlichen Zufällen.
Als Manager war ich immer bemüht nach Wegen zu suchen, um mich
weiterzubilden. Als “IT-Mensch” kam ich von der logischen Seite mit dem aus
Niederlagen gereiften Wissen, dass es noch mehr gibt bzw. geben muss. In einer
dieser Managerausbildungen stieß ich durch Zufall auf die CoreDynamik. Die
Aussicht auf die Antwort der Frage “Wer bin ich” war sehr verlockend, wobei
meine leitende Frage durch die ganze Ausbildung war “Wer kann ich darüber
hinaus noch sein?”. Wie komme ich an tieferliegende Energie und Kraft in mir und
um mich herum und ich wollte auch Mittel, Wege und Konzepte an die Hand
bekommen, um aus dem Gedanken der Führungskraft als Coach für mich im
Umgang mit Mitarbeitern richtig Leben einzuhauchen.
Summary
Die Ausbildung hat mir ein weit über die ursprünglichen Vorstellungen
hinausgehendes Spektrum eröffnet und ich weiß nicht ob ein Ende der
Nachwirkungen möglich ist. Vom engen Manager zur breitgewordenen
Persönlichkeit, die nicht Mitarbeiter sondern vor allem Menschen nicht nur sieht,
sondern vor allem empfängt, spürt, begreift, hört, erfährt, ……
Das alleine wäre schon wie der Manager sagt “ein sehr hoher
Zielerreichungsgrad”, doch es gibt für mich noch mehr, die wichtige Erkenntnis,
dass der Prozess weitergehen kann und wird und das es weitere spannende
Dimensionen zum Erforschen geben wird.
Der Aufbau und der Ablauf der Seminare war ein weiterer Meilenstein für meine
Entwicklung. Ich durfte kennen lernen, wie eine Seminarreihe ohne sichtbare
Agenda, ohne Druck auf konkrete Ergebnisse, mit dem Angebot an alle - jederzeit
partiell aussteigen zu können, alle Übungen auf freiwilliger Basis durchzuführen,
im Hintergrund einem exakten Konzept folgend, trotzdem von höchster Flexibilität
mit dem Unterton der tendenziellen Überforderung und entsprechenden
Ruhephasen, ablaufen kann.
Ich war ständig (über)gefordert, gesehen, genährt, aktiviert und energiegeladen.
Ich habe gelernt und erlebt alles anzunehmen, aufzunehmen und wenig zu
hinterfragen und auch ohne Agende (ist sehr befreiend) sehr gut zu leben.
Meine Schritte und Erkenntnisse und Erlebnisse
Ich habe gewußt, daß die erlebte selbstgemachte Übung viel schwieriger ist, als
die beobachtete und ich habe erlebt wie ich immer wieder an meine Grenzen des
Wollens, der Bereitschaft herangekommen bin und ich durch loslassen und
stückweise Selbstaufgabe immer wieder tiefer in den und in meinen Prozess
gekommen bin.
So war für mich die Möglichkeit gegeben von Seminar zu Seminar meine OGG
(obere Grenze des Glücks) zu erweitern und ich nehme das auch für die Zukunft
mit und praktiziere es bereits. Heute und jetzt weiß ich aber auch, dass die OGG
Erweiterung auch immer eine Schattenseite mit sich bringt, die ich als ein Tal der
Tränen durchschreiten muß, um zur nächst höheren Ebene meiner OGG zu
gelangen. An dieser Stelle möchte ich festhalten, dass alleine diese Gedanken
und Einstellungen in meiner Logikerwelt nicht vorkamen und dies für mich
durchaus einen Quantensprung in meiner Weiterentwicklung darstellt.
Im 1. Seminar für mich ging es von der “Vorstellungs”- (spielerisch sich zeigend)-
runde zum Lebenspanorama, dass für die erleuchtende Erkenntnis sorgte, dass in
meinem Panorama die meisten positiven Entwicklungen immer nach einem Tief
entstanden sind. Diese vielleicht logische und banale Entdeckung ist für mich bis
jetzt eine Offenbahrung an der ich mich nähren und aufrichten kann – auch gerade
jetzt während ich das schreibe, durchströmt mich eine wohltuende Wärme bei
diesen Gedanken.
Mein braver Junge war an dieser Stelle noch stark vertreten und ich wollte auch
alles richtig machen. Als Protagonist hatte ich die Ehre verschiedene Rollen zu
übernehmen und ich habe diese Rollen gefühlt und gespürt und ich war auch
mitten im Leben anderer Menschen auf eine für mich neue tiefere Art involviert,
was mich sehr berührte und gleichzeitig auch erschreckte weil für mich klar war,
dass ich das auf die Dauer nicht aushalten kann.
An dieser Stelle möchte ich bewußt die Struktur verlassen und dem
“Hochkommenden” folgen. Zu meiner Landkarte gesellte sich der Begriff
Abgrenzung (durch ein Seil) dazu und plötzlich war mir das Aushalten klar. Über
eine Stockübung kam ich tief in meine Kraft und ich begann über Richtung geben
nachzudenken. Ein Spiele-Nachmittag trieb mich weit an die Grenze meines
Erfassbaren.
Es konnte doch nicht sein, dass ein Hr. Dr. Mack allen Ernstes von 30 gebildeten
Erwachsenen im Zuge einer Ausbildung verlangen kann, durch den Raum zu
hopsen, Ball zu spielen und ähnliche Kinderspiele zu Ausbildungszwecken zu
betreiben ….. doch halt ... ich habe mich eingelassen, dem braven Buben sei
Dank, denn
a) hatte ich einen Riesen- Spaß und
b) hat sich bei mir eine Schicht aufgelöst, die den Horizont wieder weiter
erscheinen ließ, was sehr heilsam für mich war.
Der nächste Quantensprung zeichnete sich im nächsten Seminar ab.
Ich mußte singen, tanzen und malen. Diese 3 Aktivitäten kamen bis zu diesem
Zeitpunkt in meinem Leben nicht wirklich vor, da mir ja schon sehr früh
mitgegeben wurde, dass ich nicht singen und nicht malen kann, was ja bis zu
einem gewissen Grad das Tanzen mit einschliesst. Aber gemäß meinem Motto,
mich auf alles einlassen zu wollen, habe ich mich durchgerungen, meine Umwelt
unter meinen katastrophalen Künsten leiden zu lassen.
Ich habe ein Körperbild von mir gemalt, ich habe in einer Spontan-Band musiziert
(meine Stimme habe ich nur im Chor losgelassen) und ich bin zu Rhythmen im
Kreis herum gehopst. Bei Betrachtung meines Bildes hatte ich für mich ein gutes
Gefühl und es hat mir gefallen, und Jürgen sei Dank, habe ich das Bild auch
zeigen dürfen und es wurde interpretiert und mit furchtbar gutem Input versehen,
es gab keine Kritik und ich hatte an diesem Tag erstmals das Gefühl eines
Künstlers. Ich konnte meine Abwehr zum Malen, Zeichnen ablegen.
Beim Singen und Musizieren haben wir selbst komponiert und dann vorgetragen.
Ich war auf einer Bühne und gab keinen Redevortrag zum Besten, sondern ich
spielte auf Musikinstrumenten und sang lautstark im Chor und hielt mich lediglich
noch bei einer Einzelperformance im Hintergrund.
2 wesentliche Errungenschaften konnte ich mitnehmen,
1) eine spontan zusammengewürfelte Gruppe ist in der Lage Musik auf Basis von
Rhythmus zu produzieren und das obwohl ich dabei bin und
2) hatte ich ein warmes angenehmes Gefühl der Zufriedenheit nach unserer
Performance.
Die Rhythmus-Übungen waren ein eindrucksvolles Erlebnis aus Sicht von
koordinierter Bewegung und Rhythmus in der Gruppe. Das sich Einstellen auf
andere und einen Takt war eine Herausforderung und sehr anstrengend, aber
auch hier tat sich bei mir eine neue Lust auf und ich konnte nach dem 1. Mal kaum
noch das 2. Mal erwarten.
Ich hatte 3 große meiner Bremser aufgelöst. Damit nicht genug wurde ich in meine
1. Atemreise geführt. Diese wurde zu einem sehr außergewöhnlichen Erlebnis in
meinem Leben. Die Gefühle, die hochkamen aus der Mischung eines
unbeschreiblichen Livemusikerlebnisses und den hochkommenden Sensationen
haben meinen Horizont wieder um Meilen erweitert und an dieser Stelle habe ich
sicher nicht die richtigen Wörter zur Verfügung um dieses Erlebnis gebührend zu
beschreiben. Jedenfalls erlebte ich Glücksgefühle einer besonderen, oder bis zu
diesem Zeitpunkt mir noch nicht bekannten Art.
Andere Welten wurden von mir erlebt, gesehen und durchstreift, auch war ich in
einem gleissenden Nichts-Licht, das vielleicht erstmals eine Andeutung von Core
war. Für mich war es in Summe Realität und ein völlig neuer Raum. Es waren
wieder einige Schichten abgetragen bzw. ent-wickelt.
An dieser Stelle hätte ich bereits gesagt, “da geht jetzt nix mehr”. Doch weit
gefehlt, es kam noch besser, noch intensiver und noch verbreitender. Ein
absolutes Highlight stellte für mich die Archetypen-arbeit dar.
Nach dieser Arbeit war ich überzeugt, dass es höchstens auf gleichem Nieveau
weitergehen kann. Doch schon wieder lag ich falsch. Das Paarseminar zählt zu
den absoluten Highlights dieser Ausbildung, da ich meiner von mir bis zu dem
Zeitpunkt schon außerordentlich geliebten Partnerin G., noch ein gutes Stück
näher kennenlernen durfte und sich die Dimension unserer Beziehung, obwohl
nicht mehr für möglich gehalten, noch einmal ausgedehnt hat und noch enger und
inniger wurde.
Beim Familienstellen glaubte ich an meiner Grenze des Erfassbaren angelangt zu
sein, weil was sollte schon bei mir herauskommen? Ich hatte lebendigen Kontakt
zu meiner leider schon verstorbenen Großmutter, die mir Botschaften überbrachte,
die realistischer nicht sein konnten und auch das sonstige Entwickeln des
Familiensystem brachte aufregende Ergebnisse, die ich gut mitnehmen und
integrieren konnte.
Im Folgenden sah ich mich plötzlich damit konfrontiert mir mein Sterben, meinen
Tod, und meine Geburt zu überlegen und in einem Ritual zu erleben. Ich kann
nicht mehr sagen welches das größere Erlebnis war, denn beide Rituale haben für
mich neue Dimensionen aufgetan, die ich wahrhaftig, über eine
Bewußtseinserweiterung erleben durfte.
Und die Entblätterung ging weiter in einer “Schwitzhütte”, die das Prädikat
äußerst wertvoll von mir erhält (8Sterne). Ich habe mich nie zuvor so nahe an der
Erde gespürt wie in diesen Stunden.
Die Tiefe und Erdverbundenheit und die Nähe zur Natur war ein grandioses
erweiterndes Erlebnis, kombiniert mit dem Trommeln in einem Tipi ein weiterer
Quantensprung für mich und auf der Schattenseite die Erkenntnis, dass ich an
vielen, ich sag es einmal allgemein, Möglichkeiten bis zu diesem Tage nicht
schnuppern durfte, konnte, wollte…..
Ein im wahrsten Sinne des Wortes krönender Abschluß war das große
Heilungsritual. Es sollte 9 Stunden dauern und für mich eine komplette
Zusammenfassung des Bisherigen darstellen und noch eine Steigerung auf allen
meinen bis dahin bekannten und erreichten Stufen und noch mehr. Ich kam über
das Ende meiner Kraft, ich habe freiwillig gekotzt (und es war schön und
schrecklich zugleich), ich hatte ganz tiefe Begegnungen, ich fühlte mich als
“König” ich war hier und da und ganz weit weg, ich habe einen Teil der
Menschwerdungsgeschichte erlebt und, und, und, ……………
….bedanken, dass ich dabei sein durfte und miterlebt habe und für mich neue
Bewußtseinsdimensionen erleben konnte.
Die Ehefrau ergänzt:
Der Mann R. war zum Anfang der Ausbildung bereits MEIN LEBENSPARTNER,
der immer hinter mir stand und für mich da war. Er hatte jedoch eine sehr
strukturierte Denkweise und gewisse Dinge kamen darin einfach nicht vor. Es war
einfach so, dass er ein Manager mit Krawatte und Anzug war, ein kopflastiger
Mensch.
Jetzt ist er das immer noch, aber gepaart mit dem bauchlastigen Menschen und
diese 2 Menschen haben außergewöhnlich gut zueinander gefunden. Ich finde
diese Entwicklung wunderbar, denn ich gebe ehrlich zu, dass ich den kopflastigen
Menschen nicht missen möchte – das ist sicherlich ein Teil meines
Beziehungsvertrages - und der bauchlastige Mensch ist für mich aber sehr wichtig.
Heute ist es so, dass R. in unserer Beziehung, meiner Meinung nach, sehr viel
mehr offenes Gefühl dazu beiträgt als ich. Ich bin zwar ein sehr emotionaler
Mensch, habe aber doch auch meine Gefühle sehr oft unter Beschluss und
bespreche sie mit mir. Er ist derjenige, der mir täglich sagt, wie sehr er mich liebt
und wie schön es ist, dass es mich gibt. Ich denke oft, dass sich durch
CoreDynamik unsere Rollen getauscht haben, indem er in diesen Dingen den Part
der Frau und ich den Part des Mannes eingenommen habe.
Es war für ihn unmöglich, seinen Job früher (andere würden sagen zur Normalzeit)
zu verlassen, auch wenn er wusste, dass ich krank zu Hause lag. Nur meine tiefe
Liebe haben mich manchmal über diese Momente hinweggetröstet, denn
verstanden habe ich das nie. Durch die Ausbildung bekam er plötzlich andere
Sichtweisen und es wäre heute undenkbar für ihn, wenn es mir wirklich schlecht
ginge, nicht nach Hause zu kommen, um mir seine Hilfe zu geben.
CoreDynamik hat ihn sensibler, toleranter, warmherziger, gefühlvoller, gemacht.
Es hat ihm Welten eröffnet, die er vorher als „Blödsinn“ abgetan hat – so wie viele
Menschen, die diesen Zugang nicht haben. Es hat seinen Horizont gewaltig
erweitert und er hätte diese Entwicklung ohne CoreDynamik niemals so gemacht.
Er ist für mich die Erkenntnis, dass es einen “HARTEN” und “WEICHEN”
gleichzeitig geben kann und das “HARTE” auch “WEICH” sein kann.
Eine gute Menschenkenntnis hatte er schon immer, aber jetzt fühlt und empfängt
er die Empfindungen der Menschen sehr intensiv. Für ihn, mich und unsere
Beziehung hat diese 3-jährige Ausbildung sehr viel Positives in unserem Leben
gebracht.