Bericht 3

Die Entdeckung des inneren Mannes und der Kraft des
Adlers
In der erste Core- Ausbildungseinheit ging es um Begegnung und Grenzen ziehen. Durch die nonverbale Begegnung wurde für mich erlebbar, dass Begegnung auf vielen Ebenen stattfindet und hochdifferenziert ist.  BeiKontakt kommt die ganze innere Welt in Bewegung mit Gefühlen, Phantasien, Ängsten, Wünschen... . Gleichzeitig kam ich sehr schnell mit dem großen Erwartungsdruck in Kontakt, den ich mir bei Begegnungen

mache. In weiteren Übungen ging es dann genau darum, sich die eigenen Antreiber bewusst zu machen und die eigenen Erlauber. 
Für mich wurde der Erlauber- Satz wichtig: Ich muss hier gar nichts! 
Er begleitet mich immer weiter und ist für mich ein Entwicklungssatz geworden, der Stellenweise auch sein Dienst getan hat, aber immer wieder gesagt werden muss, um mir die innere Erlaubnis zu geben mich abzugrenzen und nicht aus Druck heraus zu etwas „Ja“ zu sagen. Ich wurde mit den blockierenden Anteilen in mir voll konfrontiert.

Archetypenarbeit

Eins der einschneidensten Erlebnisse war die Woche mit der Archetypen-Arbeit. Die Archetypen in ihren Qualitäten zu spüren und auszuloten, wurde durch das Spiel und die Begegnung mit anderen Personen und deren Archetypen sehr klar und spürbar, aber auch die eigene Unfähigkeit und zum Teil sogar die Scham einige Archetypen zu zeigen.

Im differenzierter werdenden Aufbau des Spiels kam es wie zu einem Durchbruch in der Freude und Kraft meines inneren Mannes.

Die Differenzierung der Archetypen hilft mir in Begegnungen endlich klarer zu bleiben und zu unterscheiden, wann geht es um Fürsorge, wann um Beraten, wann um Trost geben, wann um Erotisches, wann um Spiel.
Dadurch wird Kommunikation klarer und kraftvoller. Durch das Spielen der Anteile merke ich jetzt körperlich, wann ich in welchem Anteil bin und sie differenzieren sich weiter aus und werden vielfältiger.

Die Rückmeldungen der anderen Teilnehmer waren in diesem Zusammenhang für mich sehr wichtig. Es wurde mir Anteile und Qualitäten gespiegelt, die mir in dieser Deutlichkeit nicht klar waren: Wann ist mein innerer Junge präsent, wann der Mann? Was mir in der Transaktionsanalyse theoretisch bekannt war, füllte sich mit Erkenntnis.

Genauso ist es eine riesige Bereicherung einer schönen Frau zu begegnen und auch mal bewusst den Mann im Hintergrund zu halten, der begehrt und der Vater zu sein oder der Weise. Ich erlebe das als innere Freiheit. Dabei wird die Vielschichtigkeit einer Person sichtbar und die Begegnung wird bunter und aufregender. Seit dem fällt es mir wesentlich leichter in einer Begegnung auf die verschiedenen Anteile zu reagieren.

Kind sein! Die Übung wie im Kindergarten zu spielen, war für mich erst eine große Herausforderung mich auf dieses Spiel einzulassen. Durch die anderen angesteckt, kam ich aber wieder mit genau den kindlichen Gefühlen von früher in Berührung, ausgelassen zu spielen und die Lust stieg, wirklich alles auszuprobieren. Streiche spielen, andere ärgern, Dummheiten machen, lachen, kichern... .

Stockarbeit!
Die Klarheit der Richtung und die Freude am der eigenen Kraft zu spüren, ohne den anderen verletzen zu müssen, ist ein Erlebnis, das durch die Stockarbeit körperlich und seelisch spürbar wurde. Die Konzentration nach vorne lässt einen für diesen Moment alle Zweifel vergessen und bringt den Kontakt zur Kraft und Stärke, die körperlich ihre Ausdehnung weit über die eigenen Körpergrenzen hat. Die Stockarbeit war auch noch mal ein Anstoß für mich, Qi Gong Unterricht zu nehmen und dadurch in die Kraft und innere Ruhe zu kommen.

Arbeit mit dem inneren Kind
Durch die Arbeit mit dem Ton, in dem das eigene Kind geformt werden sollte, wurde durch das reine Spüren mein Gefühl unmittelbar angesprochen. Es gestaltete sich ein Zusammengekauertes schön proportioniertes Kind heraus, das seine Augen geschlossen hatte und beschützt werden möchte. Es ist zart und angenehm zu spüren. Auch wenn es zur Folge hat mal „unbeliebt“ da zu stehen, um das innere Kind in einer konfrontierenden Situation zu schützen, wenn es zu stark attackiert wird, ist mir klar geworden, dass ich das Kind nicht mehr ausliefern werde, wenn es bedroht wird. Es ist noch nicht so lebendig, eher noch im stillen ruhigen Spüren. Ein magischer Zustand, den ich auch kenne, wenn ich mich zurückziehe in die Badewanne oder in die Natur.

Atemreisen
Durch das Erleben in der Atemreise habe ich die Fähigkeit das

Unangenehme und den zentrierten Zustand gleichzeitig zu erleben. Ich bin selbst zentriert und erlebe das andere als Gegenüber. Aus den vorher beschriebenen Erfahrungen kommt dann noch der Mann und Vater unterstützend hinzu, so dass ich in solchen Situationen erstaunlich schnell gefasst und klar reagieren kann. Ich schaue die Menschen direkt an und schaue was sie zu sagen haben, bin mit meiner Konzentration beim Gegenüber und gleichzeitig nehme ich zum Beispiel eine ausgesprochene Kritik nicht persönlich und kränkend hin und bleibe dabei im Kontakt. Sonst sind in diesen Momenten Selbstzweifel und Scham aufgekommen.

Ich möchte nicht sagen, dass mir das nicht immer wider mal passiert, aber ich habe jetzt die Wahl auch in Begegnung und Konfrontation zu gehen.

Der Adler ist für mich das Symbol der inneren Freiheit und Kraft geworden, den ich als indianischen Anhänger in besonderen Situationen um den Hals trage.

Die Ausbildung hatte so viele Aspekte und Nuancen, dass ich sie hier nicht alle aufzählen möchte, aber die Entdeckung der inneren Kraft und Stärke des Mannes und der Kontakt zur inneren Ruhe ist das nachdrücklichste Erleben.

Ich sehe für mich nun den nächsten Entwicklungsschritt im Erreichen von innerer Gelassenheit und Mut kreativ die inneren Einfälle aufkommen zu lassen und sie nach außen zu bringen. Da ich gerade wieder im therapeutischen Bereich tätig werde, sehe ich dafür genau die entsprechenden Möglichkeiten im Kontakt „außergewöhnliche“ Interventionen mit dem Klienten zu entwerfen.
Ein anstrengender, aufregender und belebender Weg.





 Return
Print